Umweltprobleme


Kamele

Land

Auf der Erde leben ca. 14 Millionen verschiedene Arten. Im Einzelnen handelt es sich dabei um 10 Millionen Tierarten, 1,5 Millionen Pilzarten und 300.000 Pflanzenarten. Die verbleibende Million sind Arten von Algen, Bakterien und Mikroorganismen. (Quelle: Global Biodiversity Outlook [Weltatlas der Artenvielfalt], Übereinkommen über die biologische Vielfalt, UNEP, 2002)

Durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume und den Handel mit frei lebenden Tieren sind viele Arten vom Aussterben bedroht. Darüber hinaus sind Flora und Fauna der Erde durch die Verschmutzung von Land, Luft und Wasser gefährdet.

Wenn eine Art einmal ausgestorben ist, wie z. B. die Stellersche Seekuh (Hydrodamalis gigas) oder die Schwarze Strandammer (Ammodramus maritimus nigrescens), bleibt sie für immer verschwunden. Im Jahr 2000 waren weltweit 24 % der Säugetiere (1.130) und 12 % der Vögel (1.183) vom Aussterben bedroht. (Quelle: Global Biodiversity Outlook [Weltatlas der Artenvielfalt], Übereinkommen über die biologische Vielfalt, UNEP, 2002)  

Jährlich kommen 77 Millionen Kinder auf die Welt. (Quelle: WorldWatch Institute, 2002) Die Erdoberfläche wird zu 11 % zum Anbau von Nahrungsmitteln genutzt. (Quelle: Global Biodiversity Outlook [Globaler Ausblick zur Biodiversität], Übereinkommen über die biologische Vielfalt, UNEP, 2002)  

Die Schaffung von urbarem Ackerland nimmt mehrere Jahrhunderte in Anspruch. Zerstört werden kann diese wertvolle Lebensgrundlage jedoch in sehr wenigen Jahren. Die Einhaltung der Fruchtfolge, ausreichende Bewässerung, die Verbesserung der Saatkulturen sowie wirksame Anbaumethoden und -geräte sind wichtige Voraussetzungen für die Erhaltung fruchtbarer Anbauflächen.

In den entwickelten Ländern setzen die Landwirte neben diesen Verfahren auch Düngemittel und Pflanzenschutzmittel ein. Dadurch steigen zwar die Erträge, die chemischen Substanzen aber gelangen durch die Erde ins Grundwasser und verseuchen auf diese Weise Wasser und Boden.

Weltweit geht den Landwirten fruchtbare Ackerkrume durch Wind und Regen verloren. Die Abtragung tritt als Folge von Überweidung, Abholzung und rücksichtsloser extensiver Landwirtschaft auf. Schätzungen zufolge sind weltweit ca. 10-20 % der landwirtschaftlichen Anbauflächen von Bodenerosion betroffen.  

Nach der Ernte liegen die Felder häufig brach und sind in Trockenzeiten oder bei Hochwasser in keiner Weise geschützt. Dadurch geht wertvoller Ackerboden verloren. In den Trockenzonen der Erde wird durch die Abtragungsprozesse die Wüstenbildung begünstigt. Der Verlust der Anbaugebiete führt dazu, dass die Landwirte ihre Felder aufgeben und in städtische Gebiete abwandern.

Auch durch Fehler bei der Nutzung von Waldgebieten entsteht infolge von Abholzungen Brachland. Die einheimische Bevölkerung benötigt den Wald als Quelle von Brennstoff, Baumaterial, Nahrung, Futter, Medikamenten und Faserstoffen. Wenn abgeholzte Gebiete jedoch nicht aufgeforstet werden, entsteht Brachland.

Bäume sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens auf der Erde. Durch ihr Blätterdach wird die Verdunstung reguliert. Sie absorbieren die Sonnenstrahlung und wandeln Kohlendioxid um. Aufgrund der Entwaldung steigt der Kohlendioxidgehalt der Luft.

In Entwicklungsländern werden tropische Wälder wegen des hohen Marktwerts der Tropenhölzer gerodet. Der Holzverkauf bildet eine wichtige Grundlage des Wirtschaftssystems dieser Länder. Gleichzeitig gefährden die Rodungen jedoch das sensible Gleichgewicht dieses Ökosystems, das auf den zwischen Pflanzen und Tieren herrschenden Wechselwirkungen basiert. Um dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, muss aufgeforstet werden.

Wälder bilden den natürlichen Lebensraum von zwei Dritteln aller Arten. Laut Forschungsergebnissen des US-Krebsinstituts (National Cancer Institute) enthalten viele Pflanzen, die nur im Ökosystem des tropischen Regenwaldes beheimatet sind, Stoffe, die aufgrund ihrer Eigenschaften bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden können.

Feuchtgebiete (Sümpfe, Mangroven, flache Flussmündungen und Meeresbuchten) fallen häufig ökonomischen Zwängen zum Opfer. Die Regierungen einiger Länder versuchen sogar, die Landgewinnung aus Feuchtgebieten durch finanzielle Anreize für die Landwirte voranzutreiben. Bei schlechten Ernteerträgen werden die Flächen dann häufig als Weideland für Rinder genutzt.

26 % des Festlands wird auf der Erde für die Rinderzucht bzw. zur Erzeugung von Produkten aus Rindfleisch verwendet. Auf einem Teil der Ackerflächen der Erde wird Getreide angebaut, das ausschließlich zur Herstellung von Futtermitteln für Rinder, Schafe, Schweine und Geflügel verwendet wird.

Das Fleisch wird zu Lebensmittelprodukten verarbeitet und anschließend für den Vertrieb verpackt. Durch die anfallenden Verpackungsprodukte werden die in Zusammenhang mit der Müllbeseitigung bestehenden Probleme auf der Welt weiter verstärkt. Die Kapazitäten der Mülldeponien sind weltweit erschöpft. Während die Müllberge der Deponien verrotten, breiten sich Krankheiten mit rasanter Geschwindigkeit aus. Schadstoffe sickern ins Erdreich und verseuchen das Grundwasser.

Bei nicht abgedichteten Deponien können chemische Schadstoffe aus dem Abfall sickern. Die Stadt Love Canal im US-Bundesstaat New York wurde auf einer 25 Jahre alten ehemaligen Deponie für chemische Abfälle gebaut. Das Grundwasser dieser Stadt ist aufgrund von Sickerungen radioaktiv verseucht. Vergleichbare Beispiele sind auf der ganzen Welt zu finden.

Weltweit werden jährlich 300-500 Millionen Tonnen schadstoffhaltiger Abfälle produziert (Quelle: WorldWatch Institute, 2002). Für die Entsorgung hochgradig radioaktiver Abfälle gibt es international bis zum heutigen Tag noch keine sichere Lösung. Der im Jahre 1942 bei einem ersten Experiment mit der Atomenergie von dem Physiker Enrico Fermi erzeugte Atommüll ist immer noch aktiv.  

Auch der Tourismus ist aus umweltpolitischer Sicht eine Bürde. Die Tourismusbranche ist einer der wichtigsten Arbeitgeber im internationalen Maßstab und wird bis 2010 voraussichtlich 328 Millionen Menschen beschäftigen. In den USA veranschlagt die Branche einen Umsatz von 4,4 Billionen Dollar. Ziel ist es dabei, den Komfort der Touristen zu garantieren, die ihrerseits aber dazu beitragen, dass lokale Ökosysteme zerstört werden (Quelle: Weltbank, 2002).

Der Bewegung des Ökotourismus geht es darum, die natürliche Schönheit und kulturelle Eigenart eines Gebietes zu wahren. Im Rahmen eines ökologisch verträglichen Tourismus können Besucher die Natur erleben, ohne Umweltschäden zu verursachen.

Luft

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge gehören Peking, Mexiko-Stadt, Jakarta, Teheran, Bangkok, Manila, Sofia und Santiago weltweit zu den Städten mit der stärksten Luftverschmutzung. Verursacht wird die Luftverschmutzung zum größten Teil durch Autos, Fabriken, Atomkraftwerke, Holzöfen und Vulkanausbrüche.

In Entwicklungsländern gelangen die Schmutzpartikel in erster Linie durch die Verwendung von Kohle, Holz oder Holzkohle als Brennstoff in die Luft. In den entwickelten Ländern wird die Luft dagegen vor allem durch Schwefeldioxid (Industrieanlagen und Kraftwerke), Stickoxide (Kraftwerke, Industrie, Autos) und Kohlenmonoxid (Autos) verunreinigt.

Mit dem nächsten Regen oder Schnee kommt das Gemisch aus Schwefeldioxid, Stickoxiden und Wasser aus der Luft wieder auf die Erde zurück: als saurer Regen. Saurer Regen greift aufgrund seiner chemischen Eigenschaften Wälder, Gebäude und Baudenkmäler an.  

Wissenschaftlern ist seit Langem bekannt, dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) die Ozonschicht schädigen, die unseren Planeten umgibt. FCKWs treten in Kühlanlagen und Klimaanlagen als Aerosoltreibmittel sowie als Treibgas in Aerosolsprays, in Polystyrol, in Feuerlöschern als Halon und bei der Herstellung von Schaumstoffen für Verpackungen in Form von Lösungsmitteln auf.

Die Lebensdauer der FCKWs liegt zwischen 50 und 160 Jahren, d. h., FCKWs, die vor 30 Jahren in die Luft abgegeben wurden, gelangen jetzt in die Stratosphäre. Die Ozonschicht, die Teil der Stratosphäre ist, befindet sich in 15 bis 50 Kilometern Entfernung von der Erdoberfläche. Sie ist eine Art Schutzschild gegen UV-B-Strahlung. Ohne die schützende Ozonschicht werden sich Hautkrebserkrankungen und Augenprobleme wie Linsentrübungen und Erblindungen auf der Erde vervielfachen.

Der Austausch von Treibhausgasen gehört zu den normalen Vorgängen in der Atmosphäre. Kohlendioxid und Wasserdampf gehen eine Verbindung ein, die den für ein Treibhaus typischen Feuchtigkeitsstau erzeugt. Auf diese Weise wird die Lufttemperatur der Erde reguliert. Durch Entwaldung und Luftverschmutzung wird der natürliche Austausch schützender Treibhausgase gestört. Dadurch kommt es auf der Erde zu einem allmählichen Temperaturanstieg.

Seit 1990 hat sich die durchschnittliche Temperatur an der Erdoberfläche um 0,6 °C erhöht. Der Meeresspiegel ist pro Jahrzehnt um 1 cm gestiegen. Die arktische Packeisdecke ist in den letzten 40 Jahren um 40 % geschrumpft. Die großen Gletscher schmelzen allmählich (Quelle: UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung, 2002).

Während die Polkappen abschmelzen, werden Landstriche, die wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen, durch den steigenden Meeresspiegel bedroht. Eine Verstärkung des Sommermonsuns ist zu erwarten. Die Ausbreitungsgebiete von durch Überträgerorganismen übertragenen Krankheiten wie Malaria werden sich nach Norden verschieben.

Die Erdatmosphäre und die herrschenden Temperaturen werden auch durch die bei Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüchen austretenden Substanzen beeinflusst. Aber auch bei Unfällen in Atomreaktoren und Industrieanlagen werden Schadstoffe in die Atmosphäre ausgestoßen.  

Ein weiteres Gesundheitsrisiko besteht in der Luftverschmutzung in geschlossenen Räumen und Gebäuden. Auch Zigarettenrauch, der nur passiv eingeatmet wird, ist eine Form der Luftverschmutzung in Räumen. In Entwicklungsländern werden akute Atemwegsinfektionen häufig durch den Rauch verursacht, der beim Kochen durch die Verwendung biologischer Brennmaterialien (Holz, Pflanzenreste oder Stallmist) entsteht. Jährlich sterben mehr als 2 Millionen Frauen und Kinder, weil

sie diesen Rauch einatmen (Quelle: UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung, 2002).

In den entwickelten Ländern entstehen toxische Belastungen in geschlossenen Räumen durch die in Baumaterialien, Presspappe für Möbel, beschichteten Textilien und synthetischen Fasern für Teppiche oder Vorhänge verwendeten chemischen Stoffe. Hier ist die Verschmutzung der Innenluft mit dem Begriff der Umweltkrankheit verknüpft.

Wasser

Die Erdoberfläche wird zu 71 % von Wasser bedeckt.

Bei 94 % der Wasservorräte der Erde handelt es sich um Meerwasser.

99 % der Süßwasserreserven der Erde sind als Gletschereis fest gebunden, befinden sich unter den Polarkappen oder unter der Erde.

Wasser bildet die Voraussetzung allen Lebens auf der Erde.

Wenn ein Land das Wasser durch Abfälle vergiftet, sind Pflanzen und Tiere der Nachbarländer von den Folgen der Verschmutzung mit betroffen.

In den letzten 50 Jahren sind die Temperaturen global gestiegen. An Land und auf den Ozeanen durchgeführte Messungen ergeben, dass 2001 für den Erfassungszeitraum seit Ende des 19. Jahrhunderts das zweitwärmste Jahr war.

Der größte Teil der begrenzten Süßwasserreserven der Erde (69 %) wird zur Nahrungsmittelproduktion verwendet. 23 Prozent des sauberen Süßwassers verbraucht die Industrie. (In einigen entwickelten Ländern wird in der Industrie Wasser wiederverwendet.) 8 % wird von privaten Haushalten verbraucht. 1,3 Milliarden Menschen sind nicht mit Trinkwasser versorgt.

Während ein Land es sich erlauben kann, seine Wasservorräte für die Müllbeseitigung einzusetzen, wird dasselbe Wasser im Nachbarland vielleicht als Trinkwasser verwendet. 40 % der Weltbevölkerung nutzen gemeinsame Wasserressourcen.

1991 starben aufgrund von verunreinigten Wasser- oder Nahrungsmittelvorräten, mangelnder Hygiene oder unzureichenden sanitären Einrichtungen 1,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren (Quelle: UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung, 2002). Abgeschwemmte Ackererde, Pestizide, andere chemische Substanzen, Abfälle und Abwasser werden in den Wasserkreislauf gespült. Die Schadstoffe gelangen ins Grundwasser und schließlich bis in die Weltmeere. Besonders in Küstennähe ist der Eintrag schädlicher Substanzen hoch. Meerestiere, die eine wichtige Nahrungsquelle darstellen, werden durch sie verseucht.

Mit dem rapiden Bevölkerungswachstum, der zusätzlichen Wasserverschmutzung durch Tourismus, Ölpest, Industrieabfälle, Düngemittel und Pestizide vermehren sich Algen in einem nie dagewesenen Ausmaß. Dieses Phänomen wird auch als Algenpest bezeichnet. Durch die explosionsartige Vermehrung der Algen sinkt der Sauerstoffgehalt des Wassers. Dadurch entstehen in den Ozeanen tote Zonen.

Die Verschmutzung der Meere wird in erster Linie durch die Abschwemmung verseuchter Erdschichten, Abfälle von Schiffen, Sickerstoffe aus Deponien, Minen in Küstennähe und die Ölindustrie verursacht. Im Rahmen von Unfällen, aber auch durch die verantwortungslose Entsorgung von Altöl wird das Meerwasser zudem durch Öl verpestet.

Eine weitere Form der Verschmutzung der Meere wird durch austretende radioaktive Isotope aus Atom-U-Booten verursacht.

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