Zu den heutigen Jugendproblemen gehören:
AIDS (Erworbene Immunabwehrschwäche): Zurzeit gibt es 11,7 Millionen Kinder und Jugendliche mit HIV/AIDS. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara haben 70 % der Kinder und Jugendlichen HIV/AIDS. In dieser Region gibt es außerdem 90 % aller AIDS-Waisen in der Welt, d. h. 12 Millionen Kinder.
Alkohol ist in Europa laut der Weltgesundheitsorganisation(WHO) mitverantwortlich für ein Viertel aller Todesfälle bei jungen Männern zwischen 15 und 29 Jahren.
Alkohol ist die auf der Welt am weitesten verbreitete bewusstseinsverändernde Droge. Durch seine sedative Wirkung auf das zentrale Nervensystem wird ein Zustand der Euphorie erzeugt. Bei der Einnahme von großen Mengen wird die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit beeinträchtigt. Alkohol steht im Zusammenhang mit Gehirnschädigungen, Leberzirrhose, Herzschäden, Verkehrsunfällen, Gewaltverbrechen, Produktivitätsverlust und familiären Problemen.
Änderungen der Familienstruktur wirken sich nicht nur allgemein auf die Gesellschaft, sondern auch speziell auf Kinder aus.
In einigen Kulturen ist es üblich, dass mehrere Generationen von Familienmitgliedern zusammenleben. In anderen Kulturen verlassen die Kinder ihre Eltern, sobald sie erwachsen sind. Änderungen in diesen sozialen Mustern wirken sich auf die gesamte Familie aus.
Faktoren, die die Familie als Einheit beeinflussen, sind z. B.: Wirtschaft, Krieg, Naturkatastrophen, Krankheit, Drogenmissbrauch, körperliche Misshandlung, Änderungen im sozialverträglichen Verhalten (z. B. alleinerziehende Eltern) und Scheidung.
Kindesmisshandlung liegt (laut des US-amerikanischen Komitees zur Verhinderung von Kindesmissbrauch) in folgenden Fällen vor: Vernachlässigung (in den USA 1997 54 % der Fälle), körperliche Misshandlung (in den USA 1997 22 % der Fälle), sexueller Missbrauch (in den USA 1997 8 % der Fälle), emotionale Misshandlung (in den USA 1997 4 % der Fälle) und andere Arten der Misshandlung (in den USA 1997 12 % der Fälle) eines Kindes unter 18 Jahren durch eine für die Fürsorge verantwortliche Person.
UNICEF (United Nations Children's Fund) berichtet, dass die Misshandlung von Kindern in der ganzen Welt verbreitet ist, in den Entwicklungsländern jedoch selten anerkannt wird. Emotionale Misshandlung geht meistens Hand in Hand mit anderen Formen der Kindesmisshandlung.
Drogenmissbrauch ist ein Problem von Jugendlichen, das in den meisten Kulturen vorkommt. Kinder zwischen 8 und 20 Jahren inhalieren oft flüchtige Lösungsmittel. Junge Erwachsene im Alter von 16 bis 35 Jahren gehören zu den Hauptkonsumenten von Marihuana und Psychopharmaka. Konsumenten von Kokain und Heroin sind in der Regel zwischen 20 und 35 Jahre alt. Diese Altersgruppen gelten weltweit.
Dem UNDCP-Bericht (United Nations Office of Drug Control and Crime Prevention) von 2001 zufolge ist Cannabis (Marihuana) die am weitesten verbreitete Droge der Welt. Das Durchschnittsalter beim ersten Konsum von Marihuana liegt bei 12 Jahren.
UNDCP verzeichnet außerdem einen weltweit steigenden Konsum von synthetischen Drogen, hierbei besonders Amphetamine und verwandte Substanzen (ATS; Amphetamine-Type Stimulants) wie Speed und Ecstasy. ATS-Drogen kamen in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts auf und entwickelten sich zur beliebten Freizeitdroge von jungen Menschen in Industrieländern. ATS-Drogen werden oft in Verbindung mit Cannabis eingenommen.
Das fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist das Ergebnis eines beträchtlichen direkten Alkoholkonsums von Frauen während der Schwangerschaft. Babys, die mit FAS geboren werden, wiegen in der Regel weniger und sind kleiner als andere Babys. Andere Hinweise auf FAS sind z. B.: kleinerer Kopfumfang, Gesichtsdeformationen, anormale Gelenke und Gliedmaßen, schlechte Koordinationsfähigkeiten, Lernprobleme und Gedächtnisschwierigkeiten.
FAS verursacht bleibende geistige Schäden und Hyperaktivität und ist die Hauptursache für geistige Behinderung.
Gangs sind eine Art Familienersatz für Jugendliche aus gestörten Elternhäusern. Gründe für den Anschluss an Gangs sind z. B.: stärkeres Identitätsgefühl, Anerkennung, Disziplin, Liebe, Zugehörigkeitsgefühl und Geld.
Früher haben sich Gangs gebildet, um ein bestimmtes Gebiet in der Nachbarschaft zu beschützen. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Gangs zu Drogenhändlern, Autodieben und Straßenräubern. Die Mitgliedschaft zu einer Gang geht normalerweise mit Gewalt, Waffen, Graffiti und Drogenmissbrauch einher.
Analphabetismus betrifft Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Statistiken der Weltbank zufolge lag die Analphabetenrate im Jahr 2001 im Niger bei 92 %, in Burkina Faso bei 87 %, in Guinea-Bissau bei 82 % und in Afghanistan bei 80 %.
Wenn Analphabetismus mit fehlender Grundschulbildung gleichgesetzt wird, bilden Frauen in Entwicklungsländern die größte Gruppe von Analphabeten. In den entwickelten Ländern sind ungefähr 20 % der Menschen über 15 Jahre ebenfalls funktionale Analphabeten.
Unterernährung und Essstörungen betreffen Millionen von jungen Menschen weltweit. Die Vereinten Nationen schätzen, dass es 790 Millionen Menschen auf der Welt gibt, die ständig Hunger leiden müssen. 100 Millionen Kindern auf der Welt mangelt es an ausreichender Versorgung mit Mikronährstoffen, wie z. B. Vitamin A. Über zwei Milliarden Menschen auf der Welt (meist Frauen und Kinder) leiden an Eisenmangel.
In Kanada sind Essstörungen die dritthäufigste chronische Krankheit bei heranwachsenden Mädchen. Essstörungen (einschließlich Anorexie und Bulimie) sind freiwillige Methoden zum Erhalt eines minimalen Körpergewichts.
Armut wirkt sich auf die Gesundheit, Ernährung, Arbeit, Bildung, Unterkunft, Hygiene und Sicherheit der Kinder aus. Armut ist heute das hervorstechendste wirtschaftliche und soziale Problem in der Welt.
Im Jahr 2000 lebten 220 Millionen Menschen in Afrika in äußerster Armut. Dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zufolge gibt es über 1,3 Milliarden Menschen auf der Welt, die in äußerster Armut leben, d. h. weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben.
Psychologische Störungen von jungen Erwachsenen führen z. B. zu Depressionen und Selbstmord. Häufige Symptome von Depressionen bei Jugendlichen sind z. B.: Traurigkeit, Einsamkeit, Appetitsverlust, Hoffnungslosigkeit, Apathie, Zurückgezogenheit, Weinen und Schlaflosigkeit.
Zu den Risikofaktoren für Depressionen im Jugendalter gehören: vorherige Fälle von Depressionen in der Familie, Stress, Rauchen, der Verlust eines Elternteils oder einer geliebten Person, das Ende einer Partnerschaft, Konzentrations-, Verhaltens- oder Lernstörungen, chronische Krankheiten, Misshandlung oder Vernachlässigung bzw. ein Trauma, wie z. B. eine Naturkatastrophe.
Zu Grunde liegende Ursachen für Selbstmorde im Jugendalter sind z. B.: wirtschaftliche Depression, soziale Vereinsamung, Hoffnungslosigkeit, Alkohol, Drogenmissbrauch, Stress, Lebenskrisen und das Auseinanderfallen der Familie, z. B. durch Scheidung.
Frühzeitige sexuelle Erfahrungen, Schwangerschaft im Teenageralter, sexuell übertragbare Krankheiten und AIDS sind Probleme, die die Jugend weltweit betreffen.
Tabak-Konsumenten sind in der Regel im Alter von 20 Jahren von Zigaretten oder Kautabak abhängig. Beim ersten Nikotinmissbrauch sind Jugendliche im Durchschnitt 16 Jahre alt.
Der WHO zufolge sterben jedes Jahr weltweit vier Millionen Menschen auf Grund von Nikotinmissbrauch. Täglich werden ungefähr 80.000 bis 100.000 junge Menschen regelmäßige Langzeitraucher. Der Großteil dieser Jugendlichen lebt in Entwicklungsländern. Auch Nichtraucher laufen beim Einatmen von Zigarettenrauch Gefahr, Lungenkrebs zu bekommen.
Gewalt, einschließlich des Gebrauchs von Waffen, geht oft mit Drogenmissbrauch und Gangzugehörigkeit einher. Armut und fehlende Arbeitsmöglichkeiten fördern die Gewaltbereitschaft.