Frieden ist der kostbare Schatz, der sich in den Beziehungen zu unseren Mitmenschen widerspiegeln kann, wenn wir im innersten Herzen von dieser Seelenruhe erfüllt sind. Durch Verbreitung kann unter Völkern Harmonie und Ordnung geschaffen werden.
Wenn diese Seelenruhe durch militärische Konflikte zerstört wird, wenn es Millionen Menschen am Nötigsten fehlt - an Nahrung, Wasser, Bekleidung und Obdach - wenn Teile der Bevölkerung von verheerenden Krankheiten oder Naturkatastrophen heimgesucht werden, wie kann unter solchen Umständen Frieden herrschen?
Wenn wir nach wahrem Frieden streben wollen, müssen wir die Menschenwürde aller Menschen unserer Weltgemeinde anerkennen. Frieden kann nur erreicht werden, wenn wir Verständnis, Toleranz, Freundschaft und Hilfsbereitschaft üben, die Einsicht besitzen, dass jeden Menschen trotz Unterschiede seines rassischen, ethnischen oder kulturellen Erbes die gleiche Menschlichkeit verbindet.
Seit ihrer Gründung im Jahre 1917 hat die International Association of Lions Clubs die fundamentale Wahrheit unseres Zeitalters anerkannt - dass individuelle, gemeinde- und weltbezogene Interessen in der Isolierung vom Weltinteresse nicht wahrgenommen werden können. Das erste Ziel des Lionismus, "den Geist gegenseitiger Verständigung unter den Völkern der Welt zu wecken und zu erhalten" ist dem raison d'-étre, dem Daseinszweck der Vereinten Nationen, auffallend ähnlich. Es war kein Zufall, dass Lions anlässlich der Gründungskonferenz der UNO im Jahre 1945 in San Francisco, Kalifornien, mit ihren Tätigkeiten eine führende Rolle übernahmen.
Heutzutage ist der Lionismus jedoch besorgt, dass politische Rhetorik, wie sie so häufig in den Plenarsälen, wie denen des Sicherheitsrates und der Staatskörper der Welt, geäußert wird, zu Aggressionen eskalieren kann, die jegliche Hoffnung auf Frieden für alle Menschen zunichte machen können. Die Internationale Vereinigung wendet sich deshalb an alle Staatsführer und gesetzgebenden Instanzen mit dem dringlichen Appell, das Allgemeininteresse über eigenes Interesse zu setzen. Wir bestehen darauf, dass diese Vertreter mit größerer Dringlichkeit verhandeln, weil wir uns der Tatsache bewusst sind, dass beharrlicher Eifer notwendig ist, um Aktionen zu vermeiden, die zu Gewaltsamkeit führen und somit alle Hoffnung auf Frieden zerstören können.
Allein betrachtet scheinen die Handlungen eines Einzelnen oder eines einzelnen Landes von nebensächlicher Bedeutung zu sein, wenn jedoch unzählige Städte und Millionen Menschen das gleiche Ziel verfolgen, reflektiert das Ergebnis die Ausmaße dieser Bemühungen als Mittel zum internationalen guten Willen und Frieden wirklichen Fortschritt.
Echte Freiheit, wahren Frieden kann es nicht geben, solange wir uns ständig vor der Gefahr eines Kriegs fürchten und in einer Welt leben müssen, die mit Angst, Misstrauen, Neid und jahrhundertealter Feindseligkeit erfüllt ist. Das weitverzweigte Netzwerk des Lionismus - 39,000 Lions Clubs in 162 Ländern - ist ein sichtbarer Beweis, dass Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Kulturen sich gemeinsam für das Allgemeinwohl einsetzen können. Die von diesen Clubs in Zusammenarbeit durchgeführten Projekte zur Förderung internationaler Beziehungen geben beredtes Zeugnis, dass Frieden kein hohler Traum, sondern eine lebendige lebensnotwendige Realität ist.
Demzufolge ergeht unser Appell an staatliche und gesetzgebende Führer, ihr großes Potential als wirksame Instrumente zur Förderung weltweiten Friedens zu erkennen, den Bedürfnissen der Menschen in aller Welt Rechnung zu tragen, sich der Abhängigkeit der Weltgemeinde von einander bewusst zu sein und ihre Verpflichtung zu bekräftigen, gemeinsam das Ziel zu
verfolgen, das uns allen am Herzen liegt - weltweiter Frieden.